Female Creators Stories: Interview mit Marina, der Gründerin von Häppysnäx

Female Creators Stories: Interview mit Marina, der Gründerin von Häppysnäx

Wie bist du zur Gründerin geworden: 

Eigentlich begann alles mit Persönlichkeitsentwicklung. Jahrelang war ich im Controlling in großen Konzernen tätig. Der Verdienst war gut, aber richtig glücklich war ich dort nie.  2018 beschäftigte ich mich erstmals mit der Persönlichkeitsentwicklung, las Bücher, besuchte Seminare und nahm an Onlineworkshops teil.

Durch dieses neue Wissen lerne ich auf mich und meine innere Stimme zu hören und habe schnell verstanden, dass ich keine Controllerin bin. Meine große Leidenschaft sind die Lebensmittel. Ich wollte einen Beruf, in dem ich meine größten Werte Freiheit und Kreativität ausleben kann und gleichzeitig das tue was ich liebe.

Du wusstest, dass du etwas grundlegend verändern wolltest, und du hattest auch den Mut dazu, das ist wunderbar. Bitte erzähl uns wie es dann zu Häppysnäx kam:

Zuallererst einmal recherchierte ich bei YouTube nach Trends in der Food-Branche. Ich wollte kein Unternehmen wie beispielsweise ein Restaurant, weil meine Freiheit immer an erster Stelle steht und ich nicht an Öffnungszeiten gebunden sein möchte.

Nach meiner Trendforschung hatte ich zwei Favoriten, die am besten zu mir und meinen Talenten in der Küche passten. Einmal war es die französische Patisserie und zum anderen getrocknete gesunde Snacks.

Die Trocknung von Obst und Gemüse kannte ich bereits aus meiner Kindheit. Meine Oma hatte einen riesigen Garten und war Selbstversorgerin. Von Sonnenblumenöl über Obst und Gemüse bis hin zu Schweinefleisch hatte sie alles in ihrem Garten. Im Sommer haben wir Aprikosen und Apfelscheiben auf dem Dach getrocknet, diese haben wir dann später als Snacks genascht. 

Nach den ersten Gesprächen mit meinem Mann war klar, die französische Patisserie wurde gestrichen. Die Entscheidung meines Mannes war simpel: französische Patisserie Startkapital - immens gegen getrocknete Snacks Startkapital - 300 Euro. So einfach war das. Happysnacks war schlicht und einfach die Idee, bei der ich mit wenig Kapital sofort starten konnte. 

Bei 300 Euro ist es aber sicher nicht geblieben? 

Marina lacht: Sicher nicht, aber darüber sprechen wir jetzt lieber nicht ;)

Ok, also getrocknete Snacks. Wie ging es weiter? 

Ich beobachtete den Markt und sah enormes Wachstum bei allem was roh ist. Rohe Riegel oder Kekse liegen noch immer voll im Trend. Ich wollte trendige Produkte ohne Zucker entwickeln, die den Süßigkeiten Bedarf von Kindern und mir decken sollten. Glücklicherweise konnte ich durch meine gesunden Kekse mittlerweile sogar auf meinen geliebten Kuchen verzichten.

Ich kaufte mir also ein kleines Dörrgerät und startete erste Versuche in der Küche unseres Einfamilienhauses. Alles was aus Obst und Gemüse war, kam in mein Gerät und wurde gedörrt. Es gab viele Fehlversuche aber auch viele tolle Produkte, die ich dann all meinen Freuden und unseren Nachbarn zur Verkostung gab. Ich wollte wissen, welche Sachen am besten schmecken. Die Artikel die vielen geschmeckt haben und auch realisierbar waren, habe ich weiter verbessert und ins Sortiment aufgenommen. Realisierbar bedeutet in meinem Fall, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum mit den deutschen Gesetzen und den Kriterien des Einkaufs vereinbar war. 

Im nächsten Schritt ging ich auf Messen. Dadurch habe ich verstanden welche Kunden meine Zielgruppe sind. Beispielsweise fanden meine Waren auf einer veganen Messe einen riesigen Anklang, wohingegen auf der normalen Food-Messe sich der Andrang an meinem Stand in Grenzen hielt. Meine Zielgruppe habe ich durch viel Erfahrung gefunden und meine Produkte entsprechend angepasst und erweitert. Heute gehören auch viele Mütter mit Kindern zu meiner Zielgruppe.

Was sind deine Meilensteine: 

  • Onlineshop
  • Externes Büro im Gründerzentrum (raus aus dem Familienhaus)
  • Auszug aus der eigenen Küche in eine industrielle Küche (zur Freude meines Mannes)
  • Ware im Einzelhandel mit allem was dazugehört
  • B2B Kunden fragen die Produkte selbstständig an
  • 4 Angestellte in der Küche

Was ist dein nächster Meilenstein? 

Jeder Arbeitsschritt ist bisher noch handgemacht. Um zu skalieren muss ich wachsen und industrieller werden. Ich möchte Maschinen kaufen und teilweise weg von Handarbeit. Dafür benötige ich Kapital.

 Wo siehst du dich in 5 Jahren

Ich habe eine kleine Fabrik, die mit einem Produktions- und einem Verwaltungsmanager funktioniert, Gewinn bringt und mich frei sein lässt. Ich möchte meine Freiheit genießen und reisen. Häppysnäx sind mein passives Einkommen und ich kann meine Kreativität und Ideen in die Entwicklung neuer Produkte stecken. (Marina überlegt): Ich muss dringend alle Prozesse definieren und aufschreiben, aber bisher habe ich keine Zeit (Marina lacht), weil ich ständig Schokolade anrühre!

Aus welchem Grunde hattest du während der ganzen Zeit schlaflose Nächte, was hat dich am meisten gefordert? 

Als ich mit meinem ausländischen Schweißgerät alle Sicherungen der Steckdosen in meiner Industrieküche rausgehauen habe und die ganze Küche für Tage keinen Strom hatte. Ich musste einiges an Waren wegwerfen, welche wir bereits für die Messe vorproduziert hatten, weil die Trockner nicht mehr gingen. Ärger habe ich auch bekommen, weil leider nicht nur ich keinen Strom hatte. Bis heute steht das Schweißgerät bei mir zu Hause und ich schweiße dort, denn es läuft verrückterweise nur dort.

Aber im Nachhinein gesehen, war dieser Schaden für mich ein äußerst glücklicher Zufall, denn danach habe ich sofort eine Betriebshaftpflichtversicherung abgeschlossen. Diese hat mich vor meinem 2. Ärger bewahrt, einem großen Wasserschaden aufgrund von fehlerhaften Leitungen. Hätte ich da meine Versicherung noch nicht gehabt, würde ich heute schon wieder als Controllerin arbeiten.

Momentan habe ich auch gerade schlaflose Nächte, denn ich stehe vor der Entscheidung Fremdkapital aufzunehmen, um schnell zu wachsen oder ob ich aus eigenen Mitteln langsamer wachse, aber die volle Kontrolle behalte.

Hast du Angst vor größerer Verantwortung? 

Nein eigentlich nicht. Ich habe das Vertrauen, dass immer Kunden kommen und ich genug verdiene, ich brauche nur mehr Kapazitäten. 

Was würdest du einer Frau raten, die ein Unternehmen gründet: 

Sie sollte unbedingt ihrer Leidenschaft folgen, weil es viele Zeiten gibt in denen man wenig bis gar kein Geld verdient und nicht motiviert ist. Wenn man aber liebt was man tut dann ist das einfacher. 

Ach ja, und natürlich sachgemäße Elektro und Sanitärinstallationen machen lassen, kein Geld am falschen Ende einsparen.
Und mein größtes Learning: Eine Betriebshaftpflichtversicherung abschließen.

Was möchtest du noch lernen: 

Strategischer arbeiten und Prozesse definieren, statt Schokolade zu rühren. Ich möchte, dass alles schön ist deshalb bleibe ich überall dabei und alles geht durch meine Hände. Ich bin Perfektionistin, aber ich muss lernen Dinge abzugeben. 

Liebe Marina, wir danken dir für deine offenen Worte und deine inspirierende Geschichte. Wir wünschen dir von Herzen weiterhin viel Erfolg und werden deinen Weg gespannt verfolgen.

Dein Female Creators ® Team

Auf dem Foto trägt Marina unser Passion first Shirt. Ihr findet es schon bald im Shop.

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